Ich bin der Überzeugung, dass mit Lean-Innovation Management sich ein ganz neuer Bereich der Betriebswirtschaftslehre zeigt, der in den kommenden Jahren und Jahrzehnten viel bewegen wird. Die bisherige Lehre des professionellen Managements von Unternehmen bezog sich vor allem auf Prozesse und klar definierte Projekte. Mit Lean-Innovation Management kommt eine neue Disziplin hinzu, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden sollte.

 

Die meisten Unternehmen sind hauptsächlich nach einem Prozess strukturiert und gemanagt. Sie haben zum Beispiel eine Einkauf/Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Logistik und weitere Abteilungen. Jede dieser Abteilungen ist für einen anderen Teil des Prozesses im Unternehmen verantwortlich.

 Prozessmanagement

Bei diesen Unternehmen ist das Produkt/Dienstleistung, die erbracht wird, bekannt. Die Hauptaufgabe der Unternehmensstruktur ist es den erfolgreichen, reibungslosen Ablauf des bekannten Prozesses zu überwachen und ihn wenn möglich zu optimieren. Ein gutes Beispiel sind die Hersteller von Motoren oder Autos. Wer schon einmal in einer Autofabrik in Deutschland war, weiß wie Prozessmanagement am Fließband aussieht. Diese Struktur ist unabdingbar, wenn es darum geht langfristig eine stabil hohe Qualität (Stichwort: 6-sigma) zu erreichen. Weil einzelne Unternehmensbereiche so oft optimiert werden müssen, existieren ganze Fakultäten/Institute um sich mit dem Management im Einkauf, Logistik usw. zu beschäftigen.

 

Aber nicht immer gibt es einen bekannten Prozess, am Anfang muss jeder Prozess zumindest einmal geplant und durchgeführt werden. Einige Maßnahmen in Unternehmen werden auch nur einmal durchgeführt. In diesen Fällen ist schon seit Jahrzehnten professionelles Projektmanagement das Maß der Dinge. Beim Projektmanagement gibt es aber ein Ziel, und wenn es das nicht gibt, dann ist es das aller erste dieses zu definieren. Und das Ziel eines Projekts soll möglichst SMART sein – Specific, Measurable, Attainable, Relevant, Timely.

 

Ein typisches Beispiel für ein großes Projekt ist der Bau eines Hauses/Flughafens/Fabrik. Der Bau passiert nur genau einmal und es gibt einen sehr detaillierten Plan vom Architekten, wie dieses Haus auszusehen hat und es gibt Vorgaben, wann es zu welchem Budget gebaut sein muss. Dieses Projekt organisiert sich nicht nach Abteilungen sondern nach Arbeitspaketen, diese sind von einander abhängig. Die Arbeit im Projektmanagement ist es dann, alle Arbeitspakete möglichst realistisch einzuschätzen, die Abhängigkeiten herauszuarbeiten und im Verlauf sicherzustellen, dass auf alle Eventualitäten konstruktiv und früh genug reagiert wird.

Projektmanagement

 

Aber was macht man, wenn es noch kein klares Endergebnis gibt. Beim Hausbau machen es die Architekten. Sie tasten sich iterativ mit vielen Prototypen und Feedbackschleifen an das finale Endergebnis heran. Und was macht ein Unternehmer, wenn er etwas neues Implementieren will, ob im neuen oder bestehenden Unternehmen? Die Antwort hierauf ist Lean-Innovation Management. Das ist genau die iterative Herangehensweise an die Implementierung von innovativen Dingen, bei denen das Ergebnis nicht klar ist, sondern lediglich eine Vision besteht.

 

Das Ergebnis des Lean-Innovation Prozesses ist ein überprüftes Geschäftsmodell und das was erzeugt wurde um es konsequent zu überprüfen (z.B. Prototypen, erste Kunden, zusammenarbeitendes Team, usw.). Das überprüfte Geschäftsmodell stellt dann ein SMART-es Projektziel dar und kann in der weiteren Entwicklung zu einem selbst funktionierenden Einheit ausgebaut werden.

Im folgenden eine kurze tabellarisch Zusammenfassung zu schnellen Ansicht.

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