Vor zwei Wochen hatte ich das Vergnügen beim Berliner Scrum Meetup das Scrum-Framework für mehrere Entwicklungsteams vorzustellen – LeSS.

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Die Herausforderung war groß, es galt das 3-tägige Training aus dem Frühling auf einen 15 minütigen Vortrag zu kürzen. Behalten Sie das bitte im Kopf wenn Sie meine Slides am Ende dieses Posts ansehen.

Was sind die wichtigsten Punkte die für mich LeSS ausmachen? Es gibt ja eine ganze Reihe von Scaled Agile Frameworks z.B. SAFE oder DAD.

LeSS verursacht, wie die Abkürzung schon sagt, nur minimale Änderungen am Scrum-Framework, um die Herausforderungen von Multi-teams zu beantworten. Es setzt grundsätzlich die Regeln von Scrum voraus. Mit dieser Anforderung so minimal wie möglich zu sein, erleichtert dem ganzen ein Framework und nicht Methode zu bleiben. Mit anderen Worten, die Prozesse der konkreten Firma können sich in das Framework eingliedern, es lässt dafür genug Raum.

Was sind diese grundsätzlichen Änderungen:

1. Rolle des PO: Er kann wirklich nur noch priorisieren. Stories fertig schreiben, Kundenanforderungen vor und während des Sprints klären, all das dürfen im LeSS die Stakeholder zusammen mit dem Team.

2. Meetings verändern sich:

a. Planning One wird nur noch von 1 bis 2 Vertretern der Teams besucht

b. Es wird ein Overall Refinement eingeführt, bei dem auch nur von 1 bis 2 Vertreter der Team dabei sind und der Fokus ist vor allem auf der Klärung: welches Team welche Story im detaillierterem Team Refinement auseinander schneiden und klären wird.

c. Es wird eine Overall-Retrospective eingeführt. In welcher PO, Scrummaster und Vertreter der Teams und ggf. Manager zusammen kommen um über Impediments zu sprechen die außerhalb des Rahmens einzelner Teams liegen.

3. Es gibt in LeSS einen sehr ehrlichen Umgang mit der Definition of Done und der Diskrepanz zum „potentially shippable product“. Diese wird mit Hilfe der Feature Team Adoption Map verständlich gemacht.

4. Auf all die Fragen, auf die andere Frameworks detaillierte Antworten geben, geben die LeSS Gründern vor allem eine Sammlung von Prinzipien, Richtlinien und Experimenten, welche in den beiden LeSS Büchern von Bas Vodde und Crag Larman beschrieben sind. Ende des Jahres soll ein weiteres neues LeSS Buch erscheinen.

LeSS ist aus meiner Sicht zwar ein recht frisches Framework, aber eines mit den größten Erfolgschancen. Einerseits wurde es von zwei sehr anerkannten und erfahrenen CST gegründet und steht auf sehr soliden Füssen mit der Erfahrung die dahinter steht. Außerdem wurden LeSS Trainings bereits von der Scrum Alliance als akzeptierte Addon-Qualifizierungen für Scaled Scrum anerkannt.

Mir gefällt dieses Framework mehr als alles andere was ich bisher gesehen habe, vor allem wegen seiner Ehrlichkeit und der Möglichkeit für die Teams echte Ownership für das Produkt zu übernehmen.