Vor kurzem habe ich einen neuen Blogeintrag von Marty Cagan gelesen, dem Experten für Produktmanagement. Seine Beobachtung entsprechen so sehr meinen, dass ich mich entschieden habe seinen Post zu übersetzen. Mit seiner freundlichen Erlaubnis, die deutsche Übersetzung des Posts (http://www.svpg.com/product-fail): ­­ Produkt Fail Ich sehe die gleiche fundamentale Arbeitsweise bei der Mehrheit der Unternehmen. Und für mich ist es offensichtlich, dass diese Arbeitsweise nicht im Geringsten der Arbeitsweise von wirklich erfolgreichen Unternehmen entspricht. Ich muss Sie warnen, diese Diskussion kann ein wenig deprimierend sein, vor allem, wenn viele Punkte stark auf ihr Unternehmen zutreffen. Falls das der Fall ist, möchte ich Sie bitten trotzdem weiterzulesen. Wir beginnen mit einem Spaziergang durch die Grundlagen dieses Prozesses, der noch heute von einer großen Mehrheit der Unternehmen zur Produktentwicklung angewendet wird. Ich werde versuchen sachlich zu bleiben und zunächst kurz nur den Prozess beschreiben: Alles beginnt mit Ideen. In den meisten Unternehmen kommen diese von Führungskräften oder von wichtigen Stakeholdern oder Anteilseignern oder von (potentiellen) Großkunden. Auf jedem Fall gibt es immer eine ganze Reihe von solchen Ideen, die wir, die Produktorganisation, in verschiedenen Bereichen tun müssen. Die meisten Unternehmen wollen diese Ideen in einer Roadmap priorisieren und dies tun sie aus zwei Gründen. Erstens, sie wollen das zuerst an den wertvollsten Dingen gearbeitet wird. Und zweitens, wollen sie in der Lage sein, vorherzusagen wann bestimmte Dinge fertig sein werden. Um dies zu tun, gibt es fast immer eine Quartals- oder Jahresplanungssitzung, wo die Unternehmensführung die Ideen beurteilt und die Prioritäten in der Produkt-Roadmap verhandelt. Aber um zu priorisieren, braucht die Führung zuerst einen Business-Case für jede Idee. Einige Unternehmen haben formelle Business-Cases und andere informelle, aber so oder so geht es um die Notwendigkeit, zwei Dinge über jede Idee herauszufinden: 1) wie viel Geld wird sie einbringen? und 2) wie viel Geld oder Zeit wird sie kosten? Diese Informationen werden dann verwendet, um die Roadmap zu erstellen, in der Regel für das nächste Quartal, aber manchmal auch für ein ganzes Jahr. An diesem Punkt erhält die Produkt- und Technologie-Organisation ihren Marschbefehl. Und in der Regel werden die Elemente mit der höchsten Priorität der Reihe nach abgearbeitet. Sobald eine Idee es an die Spitze der Liste schafft, ist der erste Schritt des Produkt-Managers, die beteiligten Stakeholder zu kontaktieren, die Idee auszuarbeiten und eine Liste von Nutzer-Anforderungen zu erstellen. Diese können als gewünschte Benutzererfahrungen oder eine Art funktionale Spezifikation oder in anderen Formate formalisiert werden. Ihr Zweck ist es, den Designern und Entwicklern mitzuteilen, was hergestellt werden soll. Sobald die Anforderungen gesammelt sind, wird das UX-Team (angenommen, das Unternehmen hat ein solches Team) aufgefordert, das Interaktionsdesign, das visuelle Design und bei physischen Produkten, das Industrie-Design, herzustellen. Im Anschluss werden diese Anforderungen und Design-Spezifikationen...